Deutscher Musikinstrumentenpreis (DMIP)

Deutscher Musikinstrumentenpreis Wirksamkeit
Im Ergebnis des Wettbewerbs, zu dem die Ausschreibung im Bundesanzeiger vom 17.12.2018 aufruft, wird 2020 der DMIP zum 30. Mal vergeben. Der Preis steuert also ein stolzes Jubiläum an. Zugleich endet mit der 30. Preisübergabe die Gültigkeit des Erlasses vom 30. März 2015. Mit diesem vierten Erlass zum DMIP regelte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Belange des Wettbewerbs für die Preise 2016 bis 2020. Jubiläum und Auslaufen des Erlasses bildeten eine gute Gelegenheit, einmal nachzuhaken, ob der Preis immer noch die Ziele, die die Schöpfer und Stifter des Deutschen Musikinstrumentenpreises im Sinn hatten, realisiert.
Im Rahmen einer unabhängigen Evaluation des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurde die Wirksamkeit des Deutschen Musikinstrumentenpreises bestätigt. Demnach hat sich der Deutsche Musikinstrumentenpreis als Qualitäts- und Gütesiegel für die High-Endprodukte des deutschen Musikinstrumentenbaus, insbesondere für Kleinstunternehmen bewährt. Dies entspricht etwa 95 Prozent der Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten, auf die knapp ein Drittel der Branchenumsätze entfallen. Zudem hat der Preis einen absatzfördernden Effekt insbesondere für die prämierten Instrumente und wirkt als Türöffner für Innovationen (Quelle: Internetseite BMWi unter + Über den Wettbewerb).
   
Deutscher Musikinstrumentenpreis 2020 - Kontrabass (5-saitig); A-Klarinette (deutsches System)
Die Ausschreibung zum Deutschen Musikinstrumentenpreis 2020 wurde am 17. Dezember 2018 im Bundesanzeiger BAnz AT 17.12.2018 A1 veröffentlicht. Die schriftliche Anmeldung für eine Teilnahme muss bis zum 26. April 2019 an das IfM - Institut für Musikinstrumetenbau e.V. erfolgen. Die Ausschreibungsunterlagen sind in Kürze online oder über das IfM verfügbar.
 
Deutscher Musikinstrumentenpreis 2019 - Stahlsaitengitarre (Flattop, 6 Saiten); b-Trompete (Perinet-Ventil)
Preisrichterausschuss und Kuratorium haben ihre Entscheidung getroffen. Diese wurde im Bundesanzeiger BAnz AT 16.01.2019 B2 veröffentlicht. Der Deutsche Musikinstrumentenpreis 2019 für Stahlsaitengitarre (Flattop, 6 Saiten) wird an den Hersteller David Jünger Gitarrenbau 64756 Mossautal vergeben. Der Deutsche Musikinstrumentenpreis 2019 für b-Trompete (Perinet-Ventil) geht gleichwertig an die Hersteller Buffet Crampon Deutschland GmbH 08258 Markneukirchen und Kühnl & Hoyer Musikinstrumentenfabrik GmbH 91459 Markt Erlbach. Die Übergabe der Preise findet im Rahmen der Frankfurter Musikmesse 2019 voraussichtlich am 05.04.2019 um 16°° Uhr statt.
Informationen des BMWi zum Deutschen Musikinstrumentenpreis finden Sie hier .
 

Deutscher Musikinstrumentenpreis 2018 - Bratsche (maximale Korpuslänge 420 mm); Oboe
Auf der Frankfurter Musikmesse erhielt am 13. April 2018 die Firma Steffen Friedel Streichinstrumentenbau aus Dresden den DMIP 2018 Bratsche für ihr Instrument "Wappenbratsche". Der DMIP 2018 Oboe ging an die Gebrüder Mönnig Holzblasinstrumente GmbH Markneukirchen für das Modell 155 AM.
Informationen des BMWi zum DMIP 2018 finden Sie hier unter + Deutscher Musikinstrumentenpreis 2018

Dieser Link führt Sie zu Informationen der Frankfurter Messe über den DMIP 2018 und hier finden Sie von der Frankfurter Messe für die Pressarbeit bereitgestellte Bilder. Die Bilder befinden sich unter Awards.

   

Deutscher Musikinstrumentenpreis 2017 - Bassgitarre (Solidbody, 2 Humbucker, aktiv, bundiert); B-Flügelhorn (Zylinderventile)
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Frankfurter Musikmesse am 7. April 2017 statt. In der Kategorie Bassgitarre ging die Auszeichnung gleichberechtigt an die Firmen Marleaux BassGuitars (Inh. Gerald Marleaux, Instrument im Bild rechts) sowie Le Fay Reiner und Meik Dobbratz GbR (Instrument im Bild links). In der Kategorie Flügelhorn in b (Zylinderventil) setzte sich die Klaus Martens Meisterwerkstatt für Blasinstrumente durch.
Informationen des BMWi zum Wettbewerb finden Sie hier , speziell zu den Preisträgern 2017 unter + Deutscher Musikinstrumentenpreis 2017.
 
Liste alle bisherigen Preisträger des Deutschen Musikinstrumentenpreises (PDF)


Zum Wettbewerb um den Deutschen Musikinstrumentenpreis
Der Wettbewerb um den Deutschen Musikinstrumentenpreis (DMIP) wurde ins Leben gerufen, um auf besonders gute Produkte in der Musikinstrumentenbranche aufmerksam zu machen. Der Bundesminister für Wirtschaft stiftete den Preis am 16. März 1992 zur Förderung des Deutschen Musikinstrumentenbaus. Der Erlass vom 27. Juli 1998 führte den Preis fort und betraute zugleich das IfM – Institut für Musikinstrumentenbau e.V. (IfM) mit den Aufgaben einer Geschäftsstelle zur Koordinierung und Durchführung des dreigeteilten Beurteilungsverfahrens. Der dritte Erlass, vom 15. September 2006 läutete schließlich die nächste Runde ein, indem er den Preis um weitere acht Jahre verlängerte. Mit dem DMIP werden besonders gute Produkte aus der industriellen und handwerklichen Fertigung ausgezeichnet.
Die Leitung und Organisation des DMIP einschließlich der finalen Entscheidung über die Preisvergabe wird durch den jeweils gültigen Erlass in die Hände eines Kuraroriums gelegt. Dem Kuratorium gehören an:

Das Kuratorium wählt für jeden Wettbewerb zwei Instrumente aus zwei verschiedenen Instrumentengruppen, z.B. für den DMIP 2014 aus den Zupf- und Metalllasinstrumenten aus und veröffentlicht eine entsprechende Ausschreibung. Die konkreten Instrumente des Wettbewerbs 2014 waren die E-Gitarre (Solidbody, 2 Humbucker, passive Elektronik) und die Tenorposaune. Die Verleihung der Ehrenpreise findet jeweils im Rahmen der Frankfurter Musikmesse statt. In gewissen Zeitabständen wiederkehrende Ausschreibungen sind möglich und mittlerweile durchaus auch üblich. Eine Liste aller in den bisherigen Wettbewerben ausgeschriebenen Instrumente und erfolgreichen Teilnehmer findet man auf den Internetseiten des BMWi (siehe Link), die ausgeschriebenen Instrumente auch auf dieser Seite unten.
Die Arbeiten am Deutschen Musikinstrumentenpreis umfassen nicht nur die unmittelbare Testphase zwischen September und Dezember des jeweiligen Jahres. Die Auswahl der Instrumente, entsprechende Recherchen zur ausreichenden Herstellerzahl und deren Akzeptanz des Preises, der Entscheidungsfindungsprozess im Kuratorium und nicht zuletzt eine ausreichende Zeit für die Hersteller ein entsprechendes Instrument bereitzustellen erfordern einen erheblichen Zeitraum, der bei einer ersten Betrachtung des Prozedere nicht sofort ersichtlich ist. Von ersten Beratungen im Kuratorium über die Auswahl der Instrumente bis zur feierlichen Übergabe der Preise vergehen in der Regel rund zwei Jahre voller Aktivitäten.

Die Beurteilung der zum Wettbewerb eingereichten Instrumente erfolgte gemäß Erlass in einem dreigeteilten Verfahren:

Die unterschiedlichen Verfahrensschritte erfolgen nicht nacheinander, sondern sind zeitlich verschachtelt. Die angewandten Methoden und Verfahren sind in

  • Ziegenhals, G.: Subjektive und objektive Beurteilung von Musikinstrumenten. Eine Untersuchung anhand von Fallstudien
    Dissertation TU Dresden 2010
    Studientexte zur Sprachkommunikation Band 51 TUDpress 2010 (ISBN 978-3-941298-71-2)
  • Ziegenhals, G.: Beurteilung von Metallblasinstrumenten auf der Basis messtechnisch gewonnener Merkmale
    ESSV 2012, Studientexte zur Sprachkommunikation Band 64, TUDpress 2012
  • ausführlich beschrieben. Weshalb eigentlich ein dreistufiges Verfahren? Nun Musiker haben oft sehr unterschiedliche Auffassungen. Gefällt ihnen z.B. ein für sie wichtiges Detail sehr gut, wird unter Umständen ein anders gearteter Mangel unbeachtet gelassen und das enstehende Problem mittels Erfahrung und Können im wahrsten Sinne des Wortes einfach überspielt. Oder die handwerkliche Fertigung: Ein hervorrangend klingendes Instrument, mit super äußerer Erscheinung ist aus Sicht einer möglichen Reparatur sehr ungünstig gebaut. So etwas vermag nur ein erfahrener Instrumentenbauer zu erkennen. Und in der Tat unterscheiden sich die Bewertungen in den drei Kategorien eher als dass sie Übereinstimmung zeigen. Ein Beweis für die Sinnfälligkeit dieser Herangehensweise. Nicht wenige der beteiligten Juroren zeigten anfänglich durchaus eine gewisse Skepsis in Bezug auf die Verfahrensweise zur Ermittlung der Preisträger. Letztendlich ließen sich aber alle Gutachter vom Prozedere überzeugen. Hinweise der Experten werden immer dankend angenommen und in die Bewertungen zukünftiger Wettbewerbe eingebaut.

    Führt man Entwicklungsarbeiten in Zusammenhang mit Musikinstrumenten durch, sei es um neue Technologien einzuführen, Materialien zu substituieren oder konstruktive Veränderungen an den Instrumenten vorzunehmen, so ist wie in allen anderen Branchen auch, eine Bewertung des Ergebnisses erforderlich. Im Falle der Musikinstrumente will man wissen, ob sich die musikalischen, akustischen und spieltechnischen Eigenschaften nach den Veränderungen verbessert oder verschlechtert haben. Die klassische Methode besteht darin, einen oder mehrer Musiker zum Test zu bitten. Nun gehen deren Urteile oft weit auseinander. Hinzu kommt, dass bei komplexen Aufgabenstellungen die Beurteilung nach jedem Entwicklungsschritt erforderlich ist und nicht jedesmal entsprechende Musikertest organisiert werden können. Bei Musikertests ist weiterhin zu beachten, dass die (im Profibereich sehr individuelle) Spielweise die Eigenschaften des Instruments und damit die Testergebnisse beeinflussen. Der objektiven, messtechnischen gestützten Bewertung der Musikinstrumente kommt also eine zentrale Rolle im Musikinstrumentenbau zu. Dieser Aufgabe widmet sich das Institut für Musikinstrumentenbau seit seiner Gründung im Jahre 1951. Dass es sich hierbei um einen Schwerpunkt der Arbeit des Instituts handelt, spiegelt sich nicht zuletzt in den veröffentlichten Ergebnissen wider (Liste der Veröffentlichungen).
    Nun sind die Musiker auch aus der objektiven Bewertung natürlich nicht gänzlich verbannt. Sie bilden vielmehr einen unverzichtbaren Teil in der Phase der Entwicklung der objektiven Testmethoden, sozusagen in der Lernphase. Aber auch danach ist die Mitarbeit von Musikern gefragt: Auffassungen, Spielweise und zu interpretierende Stilrichtungen ändern oder erweitern sich. Dies führt zu neuen Anforderungen an die Eigenschaften der Musikinstrumente. Um dies alles in die Algorithmen der objektiven Tests einfließen zu lassen, sind immer wieder auch Spiel- und Hörtests mit Musikern erforderlich. Aus diesem Grund hat sich ein großer Erfahrungsschatz in Zusammenhang mit der Organisation, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Instrumententests mit Musikern im IfM angesammelt.
    All diese Kompetenzen fließen in die Ermittlung der Preisträgerinstrumente des Wettbewerbs um den Deutschen Musikinstrumentenpreis ein.

    Mit dem Aufruf zum Wettbewerb für den DMIP 2011 kam erstmals ein Instrument in den Fokus, das nicht zum klassischen Instrumentarium gehört, die Archtop-Gitarre. Die Auswahl fiel auf dieses Instrument, weil es aufgrund der Herstellung (Decke und Boden werden wie im Streichistrumentenbau aus gefugten Kanteln herausgearbeitet.) ein perfektes Bindeglied zur Tradition darstellt. Der Link führt auf eine Beschreibung der angewandten technischen Bewertungsverfahren.

    Der Wettbewerb 2017 enthielt wieder einmal eine Premiere: den Erstaufruf für Bassgitarre (Solidbody, 2 Humbucker, aktiv, bundiert) . Informationen zur messtechnisch gestützten (objektiven) Bewertung Bassgitarre findet man hier.

    Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Beteiligung am Deutschen Musikinstrumentenpreis.

     

    Jahr

     

    Instrument

    Meldung

    Eingang

    Gruppe

    Streich

    Zupf

    Holz

    Blech

    Sonst.

    1991

    Gruppe 1

    Posaune

    14

    7

         

    X

     

    Gruppe 2

    Gitarre

    16

    12

     

    X

         

    1992

    Gruppe 1

    B-Klarinette

    15

    8

       

    X

       

    Gruppe 2

    Violine

    17

    12

    X

           

    1993

    Gruppe 1

    Trompete

    17

    11

         

    X

     

    Gruppe 2

    Zither

    13

    9

     

    X

         

    1994

    Gruppe 1

    Fagott

    12

    5

       

    X

       

    Gruppe 2

    Cembalo

    15

    7

           

    X

    1995

    Gruppe 1

    Waldhorn

    18

    9

         

    X

     

    Gruppe 2

    Cello

    9

    7

    X

           

    1996

    Gruppe 1

    Altblockflöte

    14

    6

       

    X

       

    Gruppe 2

    Westerngitarre

    17

    8

     

    X

         

    1997

    Gruppe 1

    Flügelhorn

    26

    18

         

    X

     

    Gruppe 2

    Bratsche

    26

    16

    X

           

    1998

    Gruppe 1

    B-Tuba

    12

    8

         

    X

     

    Gruppe 2

    Gitarre

    18

    12

     

    X

         

    1999

    Gruppe 1

    Sopranblockflöte

    20

    5

       

    X

       

    Gruppe 2

    Kontrabass

    10

    9

    X

           

    2000

    Gruppe 1

    B-Klarinette

    16

    11

       

    X

       

    Gruppe 2

    Bariton

    17

    10

         

    X

     

    2001

    Gruppe 1

    Violine

    21

    13

    X

           

    Gruppe 2

    Quartv.-Posaune

    13

    8

         

    X

     

    2002

    Gruppe 1

    Fagott

    10

    5

       

    X

       

    Gruppe 2

    Zither

    17

    12

     

    X

         

    2003

    Gruppe 1

    Westerngitarre

    10

    8

     

    X

         

    Gruppe 2

    Trompete h. b

    15

    14

         

    X

     

    2004

    Gruppe 1

    Cello

    19

    15

    X

           

    Gruppe 2

    Oboe

    6

    5

       

    X

       

    2005

    Gruppe 1

    Mandoline

    9

    7

     

    X

         

    Gruppe 2

    F/B-Doppelhorn

    10

    5

         

    X

     

    2006

    Gruppe 1

    Querflöte

    5

    5

       

    X

       

    Gruppe 2

    Bratsche

    21

    14

    X

           

    2007

    Gruppe 1

    Bassposaune

    10

    8

         

    X

     

    Gruppe 2

    Kontrabass

    8

    8

    X

           

    2008

    Gruppe 1

    Gitarre

    18

    11

     

    X

         

    Gruppe 2

    Bassklarinette

    6

    5

       

    X

       

    2009

    Gruppe 1

    Violine

    31

    25

    X

           

    Gruppe 2

    F-Tuba

    6

    6

         

    X

     

    2010

    Gruppe 1

    Fagott

    6

    6

       

    X

       

    Gruppe 2

    b-Trompete

    20

    16

         

    X

     

    2011

    Gruppe 1

    Basstrompete

    9

    8

         

    X

     

    Gruppe 2

    Archetop-Gitarre

    8

    6

     

    X

         
    2012

    Gruppe 1

    Renaissancelaute

    15

    12

     

    X

         

    Gruppe 2

    Cello

    21

    14

    X

           
    2013

    Gruppe 1

    Tenorhorn

    9

    8

         

    X

     

    Gruppe 2

    Es-Klarinette

    6

    6

       

    X

       

    2014

    Gruppe 1

    E-Gitarre

    11

    7

     

    X

         

    Gruppe 2

    Tenorposaune

    12

    12

         

    X

     
    2015

    Gruppe 1

    Violine

    34

    22

    X

           

    Gruppe 2

    b-Trompete

    23

    17

         

    X

     
    2016

    Gruppe 1

    Konzertgitarre

    18

    14

     

    X

         

    Gruppe 2

    B-Klarinette

    9

    9

       

    X

       
    2017

    Gruppe 1

    Flügelhorn

    17

    14

         

    X

     

    Gruppe 2

    Bassgitarre

    18

    10

     

    X

         
    2018

    Gruppe 1

    Bratsche

    20

    15

    X

           
    Gruppe 2
    Oboe 6 5     X    
    2019

    Gruppe 1

    Stahlsaitengitarre

    10

    10

      X      
    Gruppe 2 b-Trompete Per.
    18 17       X  

    Summen

    819 565

    12

    14

    13

    18

    1